Was tun bei Starkregen und Rückstau?

Bei Starkregen kann Wasser auf zwei Wegen in den Keller gelangen: von der Oberfläche oder über die Abläufe aus dem Kanal. Rückstau und Oberflächenwasser verlangen unterschiedliche Maßnahmen, und Vorsorge beginnt vor dem nächsten Regen.
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Nr. 01Was im Keller bei Starkregen geschieht
Das Sielnetz der Hamburger Stadtentwässerung nimmt Regen- und Schmutzwasser auf. Bei sehr heftigen Niederschlägen können Leitungen vorübergehend an ihre Grenze kommen, und der Wasserstand im Kanal steigt. Das Wasser sucht den Weg des geringsten Widerstands und drückt durch tief liegende Abläufe zurück ins Haus.
Unabhängig davon kann Wasser von der Oberfläche in Lichtschächte, Kellertreppen und Garageneinfahrten laufen. Die Starkregengefahrenkarte der Stadt deckt das gesamte Stadtgebiet ab und zeigt, wo sich Wasser sammeln kann.
Beide Wege lassen sich unterscheiden: Tritt Wasser aus Abläufen aus, spricht das für Rückstau; kommt es über Lichtschächte oder Türen, ist es Oberflächenwasser. Dabei spielt die Lage des Hauses eine Rolle. Gebäude an Hängen, in Senken oder an Straßen mit Gefälle sind unterschiedlich gefährdet. Eine genaue Aussage ist nur vor Ort möglich. Der Unterschied ist deshalb wichtig, weil sich Vorsorge und Zuständigkeit unterscheiden: gegen Wasser von oben helfen bauliche Mittel, gegen Rückstau eine Sicherung der Abläufe.
Nr. 02Rückstauebene verständlich erklärt
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Anrufen01579 2841431Nr. 03Sofortmaßnahmen ohne Elektro
Betreten Sie einen überfluteten Keller nicht, solange Strom im Raum anliegt. Lassen Sie den Strom im betroffenen Bereich von einer Elektrofachkraft abschalten und greifen Sie nicht in Verteiler oder Steckdosen. Nehmen Sie Haustiere und Kinder aus dem Keller, bis geklärt ist, ob sich Strom oder Wasser dort gefahrlos beherrschen lassen.
Nr. 04Vorsorge vor dem Regen
Prüfen Sie, welche Abläufe im Haus unter der Straßenoberkante liegen, und ob dort eine Rückstausicherung verbaut ist. Eine vorhandene Klappe sollte regelmäßig gewartet werden, damit sie im Ernstfall schließt. Wer ein Gebäude verwaltet, sollte zudem die Zuständigkeit für die Wartung festhalten, damit sie nicht im Alltag untergeht.
Halten Sie Regenfallrohre und Hofabläufe frei von Laub, damit Wasser nicht stehen bleibt. Hinweise dazu gibt Regenfallrohr verstopft oder übergelaufen.
Auch Lichtschächte und Kellertreppen verdienen einen Blick. Abdeckungen, die Wasser von oben abhalten, ergänzen die Sicherung der Abläufe, ersetzen sie aber nicht. Wer Wertvolles im Keller lagert, stellt es auf Paletten oder in Regale und hält Kabel und Verteiler fern vom Boden.
Im Keller helfen höhergelegte Lagerflächen und wasserunempfindliche Behälter. Passende Technik, etwa eine Hebeanlage, wird auf der Seite Rückstauschutz erklärt. Eine Dokumentation der Anlage, etwa Fotos und Wartungsvermerke, erleichtert später Gespräche mit Versicherung und Hausverwaltung.
Nr. 05Zuständigkeiten kurz erklärt
Die Hamburger Stadtentwässerung betreibt als Netzbetreiber das öffentliche Sielnetz. Hausanschluss- und Grundleitung auf dem Grundstück gehören dem Eigentümer, der auch für die Sicherung seiner Abläufe zuständig ist.
Mieter melden Wasser im Keller dem Vermieter bzw. der Hausverwaltung und begrenzen im Notfall den Schaden. Weitere Hinweise gibt die Seite Mieter, Vermieter, WEG. Wird das Haus vermietet, ist es sinnvoll, die Bewohner zu informieren, wo Absperrventile und Schieber sitzen und wie sie sich verhalten sollen.
Nr. 06Nachgefragt
Woran erkenne ich Rückstau?
Es tritt aus Bodenablauf, WC oder Waschmaschinenanschluss aus und zeigt sich kurz nach starkem Regen. Klares Wasser, das von außen einsickert, hat eine andere Ursache.
Darf ich im Keller stehendes Wasser abpumpen?
Abpumpen erst, wenn eine Elektrofachkraft den Bereich freigegeben hat. Notieren Sie, wann das Wasser zuerst auftrat.
Wie kann ich mich vor Rückstau schützen?
Mit Rückstauverschluss oder Hebeanlage an den Abläufen unter der Rückstauebene. Der vermittelte Fachbetrieb prüft die Leitungsführung, empfiehlt die passende Lösung und nimmt die Wartung vor. Das gilt auch für Garagen und Souterrain.
Was zeigt die Starkregengefahrenkarte?
Sie zeigt für das gesamte Stadtgebiet, wo sich bei Starkregen Wasser an der Oberfläche sammeln kann. Sie dient der Orientierung und ersetzt nicht die Prüfung der Abläufe im eigenen Haus. Einzelfragen zu Ihrem Haus beantwortet der Fachbetrieb.