Steigleitung im Mehrfamilienhaus undicht

Die Steigleitung führt das Wasser vom Keller durch alle Geschosse. Wird sie undicht, trifft das mehrere Wohnungen zugleich: Flecken an Decken, feuchte Schächte, sinkender Druck. Weil mehrere Parteien beteiligt sind, lohnt ein klarer Ablauf.
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Nr. 01Was eine Steigleitung ist
Die Steigleitung, auch Steigstrang genannt, verläuft senkrecht durch das Haus und versorgt die Geschosse mit Kalt- und Warmwasser. Von ihr zweigen die Leitungen zu den Wohnungen ab. In Altbauten liegt sie oft in einem Schacht neben dem Bad oder in der Küche. Je länger der Strang, desto mehr Verbindungen und Übergänge können im Lauf der Jahre schwächer werden.
Weil mehrere Parteien an einem Strang hängen, wirkt sich ein Schaden an einer Stelle auf viele aus. Mit zunehmendem Alter nehmen Korrosion, Dichtungsverschleiß und Spannungen an Verbindungen zu. Gerade Rohrdurchführungen durch Decken sind empfindlich, weil sie sich bei Temperaturwechseln bewegen.
Verläuft der Strang durch alte Decken mit Holzbalken, kann Feuchtigkeit länger unbemerkt bleiben. Dazu mehr im Ratgeber Holzbalkendecke im Altbau: Leitungen und Feuchte. Weil mehrere Parteien beteiligt sind, lohnt ein klarer Ablauf von der ersten Beobachtung bis zum Termin.
Nr. 02Anzeichen einer undichten Steigleitung
Typisch sind Wasserflecken an Decken und Wänden, die sich nach unten ausbreiten, feuchte Tapeten in Schachtnähe, ein modriger Geruch und abplatzender Putz. Manchmal zeigt auch der Wasserzähler Verbrauch, obwohl kein Hahn geöffnet ist. Sinkender Druck nur in den oberen Geschossen weist darauf hin, dass ein Teil des Wassers unterwegs verloren geht.
Hören Sie ein leises Rauschen oder Tropfen im Schacht, wenn überall Ruhe herrscht, spricht das für austretendes Wasser. Meist zeigt sich ein Leck zuerst als kleiner Fleck, der sich langsam vergrößert und dunkler wird.
Den Hinweis mit dem Zähler erklärt der Ratgeber Wasserzähler läuft, obwohl nichts läuft. Fragen Sie auch Nachbarn, ob sie ähnliche Beobachtungen gemacht haben, denn das grenzt den Strang ein. Auch ein feuchter Geruch am Schacht kann ein frühes Zeichen sein.
Besser direkt mit einem Fachbetrieb besprechen? Per Telefon vermitteln wir Ihnen einen passenden Betrieb.
Anrufen01579 2841431Nr. 03Den Schaden begrenzen
Mieter melden den Schaden dem Vermieter oder der Hausverwaltung. Besteht akute Gefahr, etwa bei stark austretendem Wasser, wird die Wasserzufuhr abgesperrt. Je nach Haus geschieht das am Hauptabsperrventil im Keller oder am Etagenventil der Wohnung. Sperren Sie nicht mehr ab als nötig, denn betroffene Nachbarn sollten über Maßnahmen informiert sein.
Nr. 04Was der Fachbetrieb prüft
Der vermittelte Fachbetrieb sucht zunächst die Leckstelle. Dafür kommen Sichtprüfung, Druckprobe und gegebenenfalls Messverfahren infrage, die Wasser auch hinter Verkleidungen aufspüren. Eine Beschreibung bietet die Leistung Leckortung. Je nach Befund ist eine Reparatur im Schacht möglich, ohne die Wohnung großflächig zu öffnen.
Danach wird beurteilt, ob ein einzelnes Teilstück instand gesetzt werden kann oder ein größerer Abschnitt erneuert werden sollte. Bei Abschnitten, die ganze Geschosse betreffen, stimmt der Betrieb die Arbeiten mit der Hausverwaltung ab. Nach dem Eingriff wird die Leitung unter Druck geprüft, bevor Verkleidungen geschlossen werden.
Wasser wird dafür zeitweise abgestellt. Die Bewohner werden über Zeitpunkte informiert, die der Betrieb mit der Verwaltung abspricht.
Auch die Herkunft der Feuchtigkeit gehört zur Prüfung. Durchfeuchtete Stellen am Schacht können von einer Trinkwasserleitung, von einem Fallstrang oder von einer Heizungsleitung stammen. Die Fachkraft unterscheidet das anhand von Temperatur, Messung und Druckprobe.
Nr. 05Vorbeugen und dokumentieren
Wer die Steigleitung bei Rundgängen im Keller mit ansieht, erkennt Rost, Schwitzwasser und feuchte Stellen früh. Ein Eintrag im Hausbuch mit Datum und Foto hilft bei späteren Entscheidungen.
Zugängliche Absperrventile sollten gelegentlich betätigt werden, damit sie nicht festsitzen. Der Verwalter weiß, wo sie liegen; Bewohner sollten ihre Ventile kennen. Auch Dämmungen sollten intakt sein, damit sich kein Schwitzwasser an kalten Leitungen bildet.
Ältere Stränge kann ein Fachbetrieb im Rahmen von Sanierungen mit prüfen. So fallen Schwachstellen auf, bevor Wasser austritt.
Absperrventile je Strang erleichtern spätere Arbeiten, weil nicht das ganze Haus vom Wasser getrennt werden muss. Wo sie fehlen, kann der Fachbetrieb bei einer Sanierung zusätzliche Ventile einplanen.
Nr. 06Wann Sie Fachleute beauftragen sollten
Rufen Sie an, wenn Flecken, Rauschen im Schacht oder ein laufender Wasserzähler auf eine Leckage im Strang hindeuten. Ein selbstständiger, geprüfter Betrieb für Steigleitungen wird durch den Service vermittelt. Schildern Sie am Telefon, in welchen Geschossen Auffälligkeiten liegen und ob Wasser bereits abgesperrt wurde. Die Fachkraft vor Ort ortet die Stelle, begrenzt den Schaden und bespricht mit Ihnen und der Hausverwaltung das weitere Vorgehen.
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Nr. 07Was Leser wissen möchten
Wer meldet den Schaden an der Steigleitung?
Mieter melden Auffälligkeiten dem Vermieter oder der Hausverwaltung, im Eigentum wendet man sich an die Verwaltung oder an die Eigentümer. Im Notfall begrenzen Bewohner den Schaden, etwa durch Schließen des Etagenventils, und informieren danach die zuständige Stelle. Beauftragt wird in der Regel von dort.
Kann die Wasserversorgung im ganzen Haus ausfallen?
Das hängt von Lage der Leckstelle und Absperrmöglichkeiten ab. Oft lassen sich einzelne Stränge oder Geschosse abtrennen. Ist das nicht möglich, wird die gesamte Zufuhr zeitweise geschlossen. Der Fachbetrieb stimmt das mit der Hausverwaltung ab, damit Bewohner informiert sind.
Woher weiß ich, dass es die Steigleitung ist?
Flecken, die sich in mehreren Geschossen übereinander zeigen und in Schachtnähe verlaufen, deuten darauf hin. Auch ein Wasserzähler, der ohne Entnahme weiterläuft, spricht dafür. Sicher sagen kann es nur die Fachkraft, die Leitung und Umgebung prüft und Messungen vornimmt.